#1 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Caja 17.03.2006 11:01

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Seltener Lichtkegel zu sehen

Große Sternschnuppenschwärme hat der März leider nicht zu bieten. Zwar treten fast den ganzen Monat lang durchgehend kleinere Meteoritenschwärme auf, doch mit so wenigen Sternschnuppen, dass Sie schon Glück brauchen, um sich etwas wünschen zu können.

Das Zodiakallicht

Zodiakallicht
Dafür erfreut der März mit einem anderen, seltenen Schauspiel: dem Zodiakallicht. Wenn Sie eine mondlose, sehr klare Nacht erwischen, dann suchen Sie sich einen erhöhten Aussichtspunkt außerhalb von Stadt oder Ort und blicken Sie kurz nach Sonnenuntergang Richtung Westen: Dort erscheint jeden Abend für zwei Stunden ein Lichtkegel von ein paar Handbreit in der Dämmerung, dessen Mittelachse die Ekliptik ist.

Leuchtender Staub
Das Zodiakallicht, auch Tierkreislicht genannt (weil es entlang des Tierkreises, der Ekliptik, verläuft), wird durch zahlreiche winzige Staubpartikel verursacht, die genau wie die Erde und die anderen Planeten die Sonne auf der Ekliptikebene umkreisen. Diese Staubpartikel reflektieren und streuen das Licht der eben untergegangenen Sonne und erzeugen so den hellen Kegel am Horizont.

Zu sehen ist das Zodiakallicht nur, wenn die Sonne weit genug unter dem Horizont verschwunden ist (möglichst über 18 Grad), um es nicht zu überstrahlen. Zugleich dürfen die Partikel nicht zu weit von der Sonne entfernt sein, damit sie noch genügend Licht erreicht (höchstens vierzig Grad Entfernung zur Sonne). Außerdem muss der Lichtkegel mehr als zehn Grad über den Horizont reichen, da darunter alles durch die Atmosphäre getrübt wird.

Zweimal im Jahr
Bei optimalen Bedingungen kann das Zodiakallicht dann etwa so hell leuchten wie die Milchstraße. Doch all die Voraussetzungen kommen nur zweimal im Jahr zustande - nämlich dann, wenn die Linie der Ekliptik besonders steil über den Himmel verläuft: Abends im Frühjahr (am besten um den 1. März) und morgens im Herbst (am besten am 15. Oktober). Zu diesem Zeitpunkt verläuft die Ekliptik mit einem Winkel von 63 Grad zum Horizont - steiler geht es in unseren Breiten nicht.

Dagegen könnten Sie das Zodiakallicht in Äquatornähe jeden Abend und Morgen beobachten, denn hier verläuft die Ekliptik immer senkrecht zum Horizont. Sollten Sie das Tierkreislicht erblicken, gewinnen Sie leicht einen Eindruck davon, dass das All zwischen Sonne und Planeten keineswegs leer ist - es ist planetarischer Staub, der hier aufleuchtet.

Wenn Sie bei der Suche nach dem Zodiakallicht eine sternklare Nacht erwischt haben, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Denn jetzt erstrahlen am Nachthimmel endlich wieder die Sternbilder des Frühlings .


Zeitumstellung




Ein Ereignis sollten auch Sternenmuffel nicht verpassen: Am Sonntag, den 26. März, werden um zwei Uhr morgens die Uhren um eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt. Am letzten Sonntag des Monats Oktober endet diese wieder. Übrigens wurde die Sommerzeit zur besseren Ausnutzung des Sonnenlichts 1980 eingeführt. Aber auch 1916 bis 1918 gab es schon mal eine Sommerzeit in Deutschland, 1947 sogar eine "Hochsommerzeit" mit zwei Stunden Zeitverschiebung.


Frühlingsbeginn




Am 20. März ist es soweit: Um 19.26 Uhr kehrt die Sonne auf unsere Hälfte der Erdkugel zurück. Sie durchschreitet das so genannte Frühlingsäquinoktium, den Widderpunkt - ihre Bahn schneidet den Himmelsäquator und verläuft ab jetzt wieder nördlich davon, die Sonne steht mittags merklich höher. Das bedeutet mehr und länger Licht für uns. Zum Frühlingsbeginn herrscht Tag- und Nachtgleiche, am Monatsende gibt es schon fast 13 Stunden Sonnenlicht. Insgesamt werden die Tage im März um fast zwei Stunden länger. Übrigens: Auch wenn ab Frühlingsbeginn astrologisch das Sternzeichen Widder herrscht - am Himmel ist es etwas anders: Die Sonne tritt am 12. März vom Wassermann ins Sternbild Fische. Den Widder wird sie erst am 19. April erreichen.


Quelle: http://www.br-online.de

#2 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Jee 17.03.2006 16:36

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Dank Dir für diesen aufschlussreichen Beitrag, Regina.

So schön und ergreifend Sternschnuppenschwärme auch sein mögen, wenn es dann nun endlich Frühling würde, kann ich auch auf sie verzichten ;-)
1947 war übrigens ein überaus heißer Sommer.

[ Editiert von Administrator Jee am 17.03.06 16:42 ]

#3 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Caja 17.03.2006 16:42

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Ob sie ergreifend sind die Sternschnuppenschwärme ...? Mich faszinieren sie. Und gegen den Winter habe ich auch nichts, der heiße Sommer kommt noch früh genug.

C.

#4 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Jee 17.03.2006 16:50

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Fasziniert bin ich gleichermaßen von allem Himmelsgeschehen, Regina, jedoch kann ich dem Winter in unseren Breiten mit seinen überwiegend nasskalten Tagen seit Jahren nichts mehr abgewinnen.

#5 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Caja 17.03.2006 16:52

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Jeder hat halt ein anderes Klimaempfinden ;-). Am liebsten würde ich sogar den Winter in den Bergen verbringen.

Die heißen Sommer hier in Deutschland belasten mich. Hitze kann ich lediglich am Meer oder wenn dann auch in den Bergen ertragen.

#6 RE: Sternenhimmel, Frühlingsanfang, Zeitumstellung von Jee 17.03.2006 16:58

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Wie gut, dass die Jahreszeiten so für jeden etwas brauchbares bereit halten ;-)

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