#1 RE: Achtsamkeit zu Vögel von Jee 27.10.2005 23:38

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Es ist abartig, dass es zur Zeit jeder
tote Vogel in die Nachrichten schafft.
Mit der medialen Einschüchterung, die
Spezies Mensch werde bedroht.

Es ist genau umgekehrt!

Ausgestorbene Vogelarten

Bruchwasserläufer Doppelschnepfe Gänsegeier
Mornellregenpfeifer Papageitaucher Rosenseeschwalbe
Rothuhn Schlangenadler Schwarzstirnwürger
Steinhuhn Steinrötel Steinsperling Triel
Waldrapp Zwergsumpfhuhn Zwergtrappe



Vom Aussterben bedroht

Alpenstrandläufer Auerhuhn Bekassine
Birkhuhn Blauracke Flussuferläufer
Goldregenpfeifer Großtrappe Halsbandschnäpper
Kampfläufer Kleines Sumpfhuhn Kornweihe
Moorente Raubseeschwalbe Raubwürger
Rohrdommel Rotkopfwürger Seeregenpfeifer
Seggenrohrsänger Sumpfohreule Trauerseeschwalbe
Tüpfelsumpfhuhn Uferschnepfe Wiedehopf
Zippammer Zwergdommel



Stark gefährdet

Brachpieper Drosselrohrsänger Grauammer
Großer Brachvogel Haselhuhn Haubenlerche
Kiebitz Knäkente Kolbenente
Lachseeschwalbe Mittelsäger Nachtreiher
Ortolan Purpurreiher Rebhuhn
Rotschenkel Sandregenpfeifer Schilfrohrsänger
Schreiadler Spießente Steinadler
Steinkauz Steinschmätzer Wachtelkönig
Wiesenweihe Zaunammer Ziegenmelker
Zwergseeschwalbe



Gefährdet

Baumfalke Braunkehlchen Fischadler
Gänsesäger Heidelerche Schwarzstorch
Seeadler Uhu Wanderfalke
Weißstorch Wendehals




Quelle: NaBu

#2 RE: Achtsamkeit zu Vögel von Jee 27.10.2005 23:40

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Gefährdungsursachen für Vögel

· Einengung und Verlust des Lebensraums
· Überdüngung der Landschaft (Verlust von Magerstandorten)
· Verknappung des Nahrungsangebots (Intensiv-Grünland statt blütenreicher Wiesen,..)
· Vogeljagd (nicht nur im Mittelmeerraum!), Jagdfolgen (Bleivergiftung durch Aufnahme von Schrotkugeln als Magensteine im Flachwasser (Enten) oder Blei in geschossenem Wild (ggf. im Aufbruch) als Beute (Steinadler)
· Verlust von Kleinstrukturen wie Hecken, Feldgehölzen, Wegrainen, Ackerrändern, strukturreichen Waldrändern mit ihrem Reichtum an Blütenpflanzen (Ackerwildkräuter) und (demzufolge) Insekten.
· Beunruhigung der Brut- und Nahrungshabitate durch menschliche Nutzung (Verkehr, Landwirtschaft, Erholungsdruck, Wasservogeljagd...)
· Unmittelbare Verfolgung durch Menschen (Wanderfalke, Habicht, ..)
· Gelegeverluste durch Anreicherung von Bioziden in der Nahrungskette (Musterbeispiel war DDT in Seeadlergelegen - Vögel als hochempfindliche Bio-Indikatoren und Frühwarnsysteme)

Quelle: Vielfalt Natur

#3 RE: Achtsamkeit zu Vögel von Jee 27.10.2005 23:52

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Die Kraniche des Ibykus
Friedrich Schiller
1797

Zum Kampf der Wagen und Gesänge,
Der auf Korinthus' Landesenge
Der Griechen Stämme froh vereint,
Zog Ibykus, der Götterfreund.
Ihm schenkte des Gesanges Gabe,
Der Lieder süßen Mund Apoll,
So wandert' er, an leichtem Stabe,
Aus Rhegium, des Gottes voll.

Schon winkt auf hohem Bergesrücken
Akrokorinth des Wandrers Blicken,
Und in Poseidons Fichtenhain
Tritt er mit frommem Schauder ein.
Nichts regt sich um ihn her, nur Schwärme
Von Kranichen begleiten ihn,
Die fernhin nach des Südens Wärme
In graulichtem Geschwader ziehn.

"Seid mir gegrüßt, befreundte Scharen!
Die mir zur See Begleiter waren,
Zum guten Zeichen nehm ich euch,
Mein Los, es ist dem euren gleich.
Von fernher kommen wir gezogen
Und flehen um ein wirtlich Dach.
Sei uns der Gastliche gewogen,
Der von dem Fremdling wehrt die Schmach!"

Und munter fördert er die Schritte
Und sieht sich in des Waldes Mitte,
Da sperren, auf gedrangem Steg,
Zwei Mörder plötzlich seinen Weg.
Zum Kampfe muß er sich bereiten,
Doch bald ermattet sinkt die Hand,
Sie hat der Leier zarte Saiten,
Doch nie des Bogens Kraft gespannt.

Er ruft die Menschen an, die Götter,
Sein Flehen dringt zu keinem Retter,
Wie weit er auch die Stimme schickt,
Nicht Lebendes wird hier erblickt.
"So muß ich hier verlassen sterben,
Auf fremdem Boden, unbeweint,
Durch böser Buben Hand verderben,
Wo auch kein Rächer mir erscheint!"

Und schwer getroffen sinkt er nieder,
Da rauscht der Kraniche Gefieder,
Er hört, schon kann er nichts mehr sehn,
Die nahen Stimmen furchtbar krähn.
"Von euch, ihr Kraniche dort oben,
Wenn keine andre Stimme spricht,
Sei meines Mordes Klag erhoben!"
Er ruft es, und sein Auge bricht.

Der nackte Leichnam wird gefunden,
Und bald, obgleich entstellt von Wunden,
Erkennt der Gastfreund in Korinth
Die Züge, die ihm teuer sind.
"Und muß ich dich so wiederfinden,
Und hoffte mit der Fichte Kranz
Des Sängers Schläfe zu umwinden,
Bestrahlt von seines Ruhmes Glanz!"

Und jammernd hören's alle Gäste,
Versammelt bei Poseidons Feste,
Ganz Griechenland ergreift der Schmerz,
Verloren hat ihn jedes Herz.
Und stürmend drängt sich zum Prytanen
Das Volk, es fordert seine Wut,
Zu rächen des Erschlagnen Manen,
Zu sühnen mit des Mörders Blut.

Doch wo die Spur, die aus der Menge,
Der Völker flutendem Gedränge,
Gelocket von der Spiele Pracht,
Den schwarzen Täter kenntlich macht?
Sind's Räuber, die ihn feig erschlagen?
Tat's neidisch ein verborgner Feind?
Nur Helios vermag's zu sagen,
Der alles Irdische bescheint.

Er geht vielleicht mit frechem Schritte
Jetzt eben durch der Griechen Mitte,
Und während ihn die Rache sucht,
GeniePt er seines Frevels Frucht.
Auf ihres eignen Tempels Schwelle
Trotzt er vielleicht den Göttern, mengt
Sich dreist in jene Menschenwelle,
Die dort sich zum Theater drängt.

Denn Bank an Bank gedränget sitzen,
Es brechen fast der Bühne Stützen,
Herbeigeströmt von fern und nah,
Der Griechen Völker wartend da,
Dumpfbrausend wie des Meeres Wogen;
Von Menschen wimmelnd, wächst der Bau
In weiter stets geschweiftem Bogen
Hinauf bis in des Himmels Blau.

Wer zählt die Völker, nennt die Namen,
Die gastlich hier zusammenkamen?
Von Theseus' Stadt, von Aulis' Strand,
Von Phokis, vom Spartanerland,
Von Asiens entlegener Küste,
Von allen Inseln kamen sie
Und horchen von dem Schaugerüste
Des Chores grauser Melodie,


Der streng und ernst, nach alter Sitte,
Mit langsam abgemeßnem Schritte,
Hervortritt aus dem Hintergrund,
Umwandelnd des Theaters Rund.
So schreiten keine irdschen Weiber,
Die zeugete kein sterblich Haus!
Es steigt das Riesenmaß der Leiber
Hoch über menschliches hinaus.

Ein schwarzer Mantel schlägt die Lenden,
Sie schwingen in entfleischten Händen
Der Fackel düsterrote Glut,
In ihren Wangen fließt kein Blut.
Und wo die Haare lieblich flattern,
Um Menschenstirnen freundlich wehn,
Da sieht man Schlangen hier und Nattern
Die giftgeschwollenen Bäuche blähn.

Und schauerlich gedreht im Kreise
Beginnen sie des Hymnus Weise,
Der durch das Herz zerreißend dringt,
Die Bande um den Sünder schlingt.
Besinnungsraubend, herzbetörend
Schallt der Errinyen Gesang,
Er schallt, des Hörers Mark verzehrend,
Und duldet nicht der Leier Klang:

Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle
Bewahrt die kindlich reine Seele!
Ihm dürfen wir nicht rächend nahn,
Er wandelt frei des Lebens Bahn.
Doch wehe, wehe, wer verstohlen
Des Mordes schwere Tat vollbracht,
Wir heften uns an seine Sohlen,
Das furchtbare Geschlecht der Nacht!

Und glaubt er fliehend zu entspringen,
Geflügelt sind wir da, die Schlingen
Ihm werfend um den flüchtgen Fuß,
DaP er zu Boden fallen muß.
So jagen wir ihn, ohn Ermatten,
Versöhnen kann uns keine Reu,
Ihn fort und fort bis zu den Schatten
Und geben ihn auch dort nicht frei.

So singend, tanzen sie den Reigen,
Und Stille wie des Todes Schweigen
Liegt überm ganzen Hause schwer,
Als ob die Gottheit nahe wär.
Und feierlich, nach alter Sitte
Umwandelnd des Theaters Rund
Mit langsam abgemePnem Schritte,
Verschwinden sie im Hintergrund.

Und zwischen Trug und Wahrheit schwebet
Noch zweifelnd jede Brust und bebet
Und huldigt der furchtbarn Macht,
Die richtend im Verborgnen wacht,
Die unerforschlich, unergründet
Des Schicksals dunklen Knäuel flicht,
Dem tiefen Herzen sich verkündet,
Doch fliehet vor dem Sonnenlicht.

Da hört man auf den höchsten Stufen
Auf einmal eine Stimme rufen:
"Sieh da! Sieh da, Timotheus,
Die Kraniche des Ibykus!" -
Und finster plötzlich wird der Himmel,
Und über dem Theater hin
Sieht man in schwärzlichtem Gewimmel
Ein Kranichheer vorüberziehn.

"Des Ibykus!" - Der teure Name
Rührt jede Brust mit neuem Grame,
Und, wie im Meere Well auf Well,
So läuft's von Mund zu Munde schnell:
"Des Ibykus, den wir beweinen,
Den eine Mörderhand erschlug!
Was ist's mit dem? Was kann er meinen?
Was ist's mit diesem Kranichzug?" -

Und lauter immer wird die Frage,
Und ahnend fliegt's mit Blitzesschlage
Durch alle Herzen. "Gebet acht!
Das ist der Eumeniden Macht!
Der fromme Dichter wird gerochen,
Der Mörder bietet selbst sich dar!
Ergreift ihn, der das Wort gesprochen,
Und ihn, an den's gerichtet war."

Doch dem war kaum das Wort entfahren,
Möcht er's im Busen gern bewahren;
Umsonst, der schreckenbleiche Mund
Macht schnell die Schuldbewußten kund.
Man reißt und schleppt sie vor den Richter,
Die Szene wird zum Tribunal,
Und es gestehn die Bösewichter,
Getroffen von der Rache Strahl.



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